Hinweise gegen Liquiditätsverlust – Steuern, SV-Beiträge, Grundsicherung, BAFA-Förderung

  1. Sie können auf Antrag beim Finanzamt die laufenden Vorauszahlungen für Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer herabsetzen oder stunden lassen. Fällige Steuernachzahlungen lassen sich stunden und Säumniszuschläge können erlassen werden.
  2. Hinsichtlich Gewerbsteuer-Zahlungen können ebenfalls entsprechende Anträge bei den Städten und Gemeinden gestellt werden.
  3. Stundung der Beitragszahlungen an die Krankenkassen Ihrer Arbeitnehmer

Alle genannten Punkte lassen sich kurzfristig umsetzen und führen damit zu keinem Liquiditätsverlust.

Bitte beachten Sie, dass eine Stundung nicht die Zahlungsverpflichtung aufhebt, sondern nur auf einen späteren Zeitpunkt verschiebt. Bei einer Herabsetzung der Vorauszahlung wird die Zahlungsverpflichtung reduziert oder gar aufgehoben.

Für alle sächsischen Unternehmen, welche durch die Coronakrise wirtschaftliche Einbußen verzeichnen, ist es ab sofort auch möglich, die Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung für das Jahr 2020 nachträglich bis auf 0,00 € herabzusetzen. Demnach können sogar bereits gezahlte Beträge erstattet oder mit anderen Zahllasten verrechnet werden. Zudem ist eine Stundung grundsätzlich für alle Steuerarten, außer der Lohn- und Kapitalertragsteuer, möglich. Für die Nutzung dieser Möglichkeit genügt ein formloser Antrag an das zuständige Finanzamt.

Sozialversicherungsbeiträge

Gemäß dem Rundschreiben des GKV-Spitzenverbandes wird betroffenen Unternehmen empfohlen, auf Antrag des Arbeitgebers fällig gewordene und fällig werdende Beiträge für die Ist-Monate (März bis Mai 2020) stunden zu lassen. Nach GKV ist für die Antragstellung eine glaubhafte Erklärung des Antragstellers ausreichend. Es muss ein erheblicher finanzieller Schaden durch die Coronakrise entstanden sein, z. B. in Form von Umsatzeinbußen. Es sollen bei den Krankenkassen entsprechende Antragsformulare bereitgestellt werden. Prüfen Sie daher bitte, ob es diesen bei Ihrer Kasse bereits gibt. Ansonsten muss ein formloser Antrag mit den wichtigsten Angaben eingereicht werden (Grund, Betriebsnummer, vollständige Anschrift der Firma, Ansprechpartner in der Firma mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse).

Grundsicherung für Selbständige, ALG I und II, Wohngeld

Hat man als Unternehmer freiwillig in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt und die Voraussetzungen sind gegeben, kann man einen Antrag auf ALG I stellen. Hilfsbedürftige Gewerbetreibende haben auch die Möglichkeit ALG II vom Jobcenter zu erhalten – als Grundsicherung für Selbständige. Ebenso besteht die Möglichkeit Wohngeld zu beantragen. Dies wird nach der Einkommenssituation berechnet.

Bei dem BAFA-Programm „Unternehmen in Schwierigkeiten“ kann zur Wiederherstellung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit externe Beratungsleistungen in Anspruch genommen werden. Dabei werden bis zu 90 % gefördert (Bemessungsgrundlage: 3.000 €, max. Zuschuss: 2.700 €). Sprechen Sie uns an, wir geben Ihnen gern weitere Auskünfte.